Der Imker

 

Meine Überzeugung: Bienen als das zu betrachten, was sie sind, wilde Tiere. Ich als Imker kann nur dafür sorgen, ihnen perfekte Bedingungen zu ermöglichen. 

 

Bienen lebten ursprünglich in Baumhöhlen in unseren Wäldern. Aus diesem Grund nutze ich nur Holzbehausungen, die dem Ursprung am nächsten kommen. Der Respekt vor der Natur steht dabei an erster Stelle, darauf baut alles, was ich tue auf. Ich sehe die Arbeit mit den Bienen als einen ständigen Weg des „voneinander Lernens“ an. Sich und sein Handeln dabei zu hinterfragen, offen für neue Wege zu sein und dadurch Dinge, sowohl für die Bienen und Umwelt, als auch für den Menschen zu verbessern, haben für mich einen hohen Stellenwert. Vermutlich führte auch mein Studium der Biowissenschaften, gepaart mit meiner natürlichen Neugier dazu, den fleißigen Bienen meine Aufmerksamkeit zu schenken.


Alles fing 2014 mit drei Bienenvölkern an. Zunächst aus Interesse und um die Obstbäume auf der heimatlichen Streuobstwiese zu bestäuben. Allerdings fanden meine Erzählungen über die Imkerei, als auch ihr süßes Produkt, schnell großen Anklang. Je mehr ich über die Bienen lernte, desto mehr faszinierten sie mich. 


 

Das Interesse im Umgang mit Tieren wurde dabei schon früh auf dem elterlichen Pferdehof geweckt - gelegen im schönen „Wersener Holz“ in Lotte- umgeben von Wäldern, Wiesen und Naturschutzgebieten. Neben den Pferden auf dem Hof konnte ich dort eigene Gänse, Hühner und Enten halten. Das Tierwohl stand dabei immer an oberster Stelle. Dies zeigt sich auch in einem meiner weiteren Interessen - der Jagd. Die direkte Konfrontation mit der Natur, das ganz dicht dran sein, Verantwortung für sich und sein Handeln zu übernehmen und dabei den Respekt und die Demut vor den Tieren und dessen Lebensraum zu bewahren und ihn zu schützen, ist für mich sehr erfüllend. 


Wenn ich nach neuen Bienenstandorten schaue, gilt mein erster Blick immer der Umgebung und den Bedürfnissen der Bienen - haben sie sauberes Wasser für sich und ihre Brut in der Nähe? Gibt es ein vielfältiges möglichst naturnahes Umfeld mit einem reichhaltigen Blühangebot für die Pollen- und Nektarversorgung? Oft stehen meine Bienenvölker dabei mitten in der Natur. 

Denn von Anfang an stand für mich fest, meine Imkerei biologisch, nachhaltig und wesensgemäß zu führen, da es meinen persönlichen Werten entspricht. 

Meine jetzige Betriebsweise ist das Ergebnis jahrelanger Erfahrung, in denen ich viel ausprobiert, gelesen und mich stets ausgetauscht habe. 

Es freut mich, dass ein generelles Umdenken hin zu mehr Ursprünglichkeit und Regionalität stattfindet.

 
 

Ich möchte mit meiner Imkerei nicht nur auf das faszinierende Leben der Honigbienen aufmerksam machen, sondern im ganz besonderen Maße für den Schutz der Wildbienen werben.  Viele dieser Arten sind vom Aussterben bedroht und stehen auf der roten Liste. Oft sind sie auf eine ganz bestimmte Pflanzenart spezialisiert. Verschwindet diese Pflanze, verschwindet auch die Wildbienenart und umgekehrt. Genauso sieht es mit den Nistbedingungen aus. 
Ich habe durch die Arbeit in verschiedenen Projekten, ob für Gemeinden oder für die ganz großen Lebensmittelkonzerne, festgestellt, dass jeder Quadratmeter zählt. Jede Fläche, die der Natur zurückgegeben wird, kann einen Beitrag leisten dem Artensterben entgegenzuwirken. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell sich die Natur erholen kann, wenn man sie nur lässt. Innerhalb weniger Jahre kann es zu großen Erfolgsmeldungen kommen. Wildbienen mit ihren ca. 600 Arten in Deutschland stehen dabei auch für die vielen anderen Insekten, denen es durch Lebensraumverlust, Pestizide und Nahrungsmangel schlecht geht. 
Die Honigbiene mit ihrem Honig und anderen Bienenprodukten, als auch ihr enormer Wert für die Umwelt bietet mir die Gelegenheit regionale und nachhaltige Produkte zu produzieren und ganz nebenbei für den Schutz der Wildbienen und anderen Insekten zu werben. Dies tue ich alles aus tiefster Überzeugung, mit dem Wissen, dass jeder mit seinem Handeln einen Unterschied machen kann.